Oliver Luksic

Kleine Anfrage zu Remote Tower Technologie in Saarbrücken

FAZ berichtet zur kleinen Anfrage zu den Chancen des Remote Tower, der am Flughafen Saarbrücken getestet wird.

Flugausfälle und Verspätungen sind für Reisende ein Ärgernis, besonders in diesem Sommer. Die Ursachen sind vielfältig: zu wenig Personal, zu wenig Material, zu viele Streiks - aber eben auch der zunehmende Verkehr in der Luft. Im vergangenen Jahr kontrollierte die Deutsche Flugsicherung gut 3,2 Millionen Flüge, dieses Jahr rechnet sie mit 3,4 Millionen Flügen. Um das Wachstum zu bewältigen und gleichzeitig die Personalkosten im Griff zu behalten, forciert die Flugsicherung die Entwicklung der sogenannten Remote-Tower-Technologie. Dabei wird der Verkehr ferngesteuert: Die Lotsen kontrollieren ihn von einem fernen Ort aus über Kameras und Bildschirme. Der Londoner City-Airport funktioniert schon länger so. Im Dezember will die Flugsicherung den Flughafen Saarbrücken so umstellen, dass der Luftverkehr dort von Leipzig aus überwacht werden kann. Das hat das Bundesverkehrsministerium jetzt auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion mitgeteilt.

Meldungen, dass vom nächsten Jahr an auch die Flughäfen Erfurt und Dresden aus der Ferne kontrolliert werden sollten, wollte der Parlamentarische Staatssekretär im Verkehrsministerium, Steffen Bilger, noch nicht bestätigen. Er betonte aber, die Technologie werde den Luftverkehrsstandort Deutschland stärken, denn die Produktivität der Flugsicherungsdienste solle steigen. "Das Ziel der Remote-Tower-Technologie ist die Realisierung von mittel- und langfristigen Synergie- und Kostensenkungspotentialen bei Personal, Technik und Infrastruktur." Die Kosteneinsparungen ließen sich jedoch zurzeit nicht beziffern. Bilger ergänzte, die Bundeswehr überlege, die Technologie für Flugfelder bei Auslandseinsätzen einzusetzen.

Aus Sicht der FDP treibt die Bundesregierung die Umstellung nicht genügend voran. "Der Start des Regelbetriebes am Flughafen Saarbrücken ist ein Meilenstein autonomer Luftfahrt. Über die Förderung hinaus brauchen wir nun ein Konzept der Bundesregierung, das die Remote-Tower-Technologie auf internationaler Ebene voranbringt", sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Oliver Luksic, der F.A.Z. Die Bundesregierung müsse sich so schnell wie möglich für die nötigen Rahmenbedingungen einsetzen. Diese schreibt nur, sie halte eine europäische und internationale Regulierung für "sinnvoll, wenn bisherige Erfahrungen angemessen berücksichtigt würden".

Kleine Anfrage: Umstellung auf Remote-Tower-Technologie am Flughafen Saarbrücken