Oliver Luksic

E-Mobilität und Umweltbilanz

Bundesregierung rechnet sich die Bilanz schön

Das politisch erzwungene Aus für Benziner und Diesel zugunsten batterieelektrischer Autos in Deutschland bringt ökologisch ziemlich wenig. Die Bundesregierung schrumpft damit Industrie und Zulieferer klein. Statt der einseitigen Fokussierung auf die batteriegetriebene Elektromobilität sollte die Bundesregierung daher endlich wirklich technologieoffene Politik betreiben, synthetische Kraftstoffe und die Brennstoffzelle sollten eine Chance bekommen.

Denn beim derzeitigen Strom-Mix fahren Elektroautos eben de facto doch nicht emissionsfrei. Und bei ihrer Herstellung entstehen der Studie zufolge rund 8,8 Tonnen CO2, etwa 60 Prozent mehr (!) als bei der Herstellung eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor. Dies wird bei den EU Flottenzielen aber extra ausgeblendet in der Berechnung.

Vor allem die Batterieproduktion und die aufwendige Gewinnung der Rohstoffe treibt beim Stromer den Kohlendioxid-Ausstoß in der Produktionsphase nach oben. Basis der Berechnung ist laut VW der neue WLTP-Abgasprüf- und Verbrauchsstandard.

Nach einer im Frühjahr bekanntgewordenen Studie des Kölner Physikprofessors Christoph Buchal und des früheren Ifo-Präsidenten Hans-Werner Sinn belastet ein E-Auto das Klima dagegen um 11 bis 28 Prozent mehr als ein Diesel - sofern der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Batterien und der deutsche Strommix (!) in der Rechnung berücksichtigt würden.

Vor allem Stadtautos mit kleinem Akku seien weniger klimabelastend als Verbrenner, meint das Umweltbundesamt. Stimmt, aber es werden vor allem große und schwere PKW elektrifiziert, das macht eben wenig Sinn